Oxidation und Lichtgeschmack sind unterschiedliche Fehlerwege, können aber in derselben Marktprobe auftreten. Oxidation äußert sich je nach Stil und Alter unter anderem papier-, karton-, honig- oder sherryartig; Lichtgeschmack wird eher skunkartig-stechend beschrieben. Ein Vergleich muss deshalb sowohl Licht- als auch Sauerstoff- und Temperaturgeschichte berücksichtigen. Dose gegen Flasche ist kein reiner Lichtversuch, wenn Sauerstoffaufnahme und Abfüllbedingungen verschieden waren. Aussagekräftiger sind kontrollierte Proben derselben Charge und Verpackungsart mit definierter Lichtbehandlung. Sauerstoffmessungen an Abfüllung und Gebinde können die Interpretation unterstützen. Sensorische Mischbilder sind ausdrücklich als solche zu protokollieren, statt sie in nur einen Fehlerbegriff zu zwingen.
Für eine belastbare Bewertung bleiben eine chargengleiche Kontrollprobe, dokumentierte Expositionsbedingungen, mindestens eine Wiederholung und ein nachvollziehbares sensorisches Prüfergebnis erforderlich.
Prüfhinweis: Licht-, Sauerstoff-, Temperatur- und Zeiteffekte im Versuchsplan getrennt halten.