Lichtgeschmack ist eine durch Lichtexposition ausgelöste sensorische Qualitätsabweichung von Bier. Häufig wird sie als skunkartig, stechend-schwefelig oder an frisch geröstete Kaffeebohnen erinnernd beschrieben. Die BJCP-Stilrichtlinien ordnen sie den Verpackungs- und Handhabungsfehlern zu, nicht den erwünschten Stilmerkmalen. Chemisch sind lichtempfindliche Bierbestandteile, Hopfenbitterstoff-Derivate und schwefelhaltige Reaktionspartner beteiligt. Für die Diagnose genügt weder die Flaschenfarbe noch ein einzelner Geruchseindruck. Benötigt werden geschützte Vergleichsproben, Angaben zu Lichtquelle und Expositionsweg sowie gegebenenfalls eine Zielanalyse. Lichtgeschmack ist von Oxidation, Schwefelwasserstoff, gealtertem Hopfen und hopfeneigenen Thiolen abzugrenzen. Eine universelle sichere Belichtungsdauer lässt sich aus den Quellen nicht ableiten. Eine vollständige Bewertung erfasst außerdem Charge, Gebindeformat, Abfüllzeit, Lagerposition und Zeitpunkt der Verkostung.
Für eine belastbare Qualitätsbewertung bleiben eine chargengleiche Kontrollprobe, vollständig dokumentierte Expositionsbedingungen, mindestens eine Wiederholung und ein nachvollziehbares sensorisches Prüfergebnis mit verantwortlicher Bewertung erforderlich.
Prüfhinweis: Ursachenbewertung und Freigabe immer produkt- und gebindespezifisch validieren.