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Rebsorte

Tempranillo

Tempranillo ist eine rote Rebsorte spanischen Ursprungs und gehört zu den prägenden Sorten der Iberischen Halbinsel. Genetische Untersuchungen identifizieren Albillo Mayor und Benedicto als Eltern; eine genomische Studie von 2025 verortet den wahrscheinlichsten Ursprung im oberen und mittleren Ebro-Raum. Regional trägt die Sorte zahlreiche Namen, darunter Cencibel, Tinto Fino, Tinta del País und Ull de Llebre; in Portugal sind Aragonez und Tinta Roriz gebräuchlich. Tempranillo reift früh und liefert vor allem trockene Rotweine, daneben Rosé und Cuvées. Je nach Herkunft und Ausbau reichen die Aromen von roter und dunkler Frucht sowie Veilchen bis zu reifebedingten Noten von Vanille, Kakao und Lakritz.

Rebsorten-Steckbrief

Farbe
rote Rebsorte mit schwarzblauen Beeren
Herkunftsland
Spanien
Herkunftsregion
oberer und mittlerer Ebro-Raum im Nordosten Spaniens; genomisch als wahrscheinlichste Ursprungsregion identifiziert
Erste Erwähnung
zuverlässig ab Ende des 18. Jahrhunderts belegt
Entstehung
Abstammung: Albillo Mayor × Benedicto
Typischer Stil
Typischer Tempranillo wird überwiegend trocken als Rotwein ausgebaut und verbindet rote bis dunkle Frucht mit moderater bis kräftiger Struktur. In Rioja werden bei jungen Weinen unter anderem Erdbeere und andere rote Früchte beschrieben; längere Reife kann Vanille, Kakao und Lakritz hervorheben. Ribera del Duero zeigt häufig dunklere Frucht und mehr Körper. Klima, Ertrag, Reifegrad und Holzausbau verändern den Stil deutlich, weshalb pauschale Geschmacksskalen nicht belastbar sind.

Herkunft & Besonderheiten

Die moderne Herkunftsforschung zeichnet Tempranillo differenzierter als eine rein regionale Traditionszuordnung. Eine genetische Studie von 2012 identifizierte Albillo Mayor und Benedicto als Eltern. Eine genomweite Untersuchung von 2025 bestimmte anschließend den oberen und mittleren Ebro-Raum als wahrscheinlichstes Ursprungsgebiet und rekonstruiert eine westwärts gerichtete Verbreitung über das Duero-Tal bis nach Portugal. Zuverlässige schriftliche Belege für den heutigen Genotyp reichen nach dieser Studie bis ans Ende des 18. Jahrhunderts; ältere Namensnennungen lassen sich nicht sicher derselben Sorte zuordnen.

Tempranillo treibt und reift früh und besitzt einen vergleichsweise kurzen Vegetationszyklus. Die OIV beschreibt die Sorte als sehr wuchskräftig und fruchtbar; dokumentierte Erträge liegen je nach Bedingungen ungefähr zwischen 2 und 10 Tonnen je Hektar. Als vitikulturelle Risiken werden Anfälligkeit für Exkoriose und Echten Mehltau sowie geringe Toleranz gegenüber extremer Dürre genannt. Zugleich weist die Sorte erhebliche klonale Vielfalt auf. Für den Weinbau bedeutet das, dass Standort, Ertragssteuerung, Pflanzmaterial und Wasserversorgung sorgfältig aufeinander abgestimmt werden müssen.

Weinprofil

Frucht

Pflaume Erdbeere Waldbeeren Brombeere

Blüten

Veilchen Wildblumen

Sonstige

Lakritz

Anbau, Klima & Boden

Austrieb
früh
Reifezeitpunkt
früh; kurzer Vegetationszyklus
Ertragsniveau
hohe Fertilität; OIV nennt je nach Bedingungen etwa 2–10 t/ha
Wuchskraft
sehr kräftig
Trockenheitsresistenz
geringe Toleranz gegenüber extremer Dürre
Krankheitsanfälligkeit
anfällig für Exkoriose und Echten Mehltau
Schwierigkeit im Weinberg
Früher Austrieb und frühe Reife, hohe Wuchskraft und Fertilität sowie die dokumentierte Anfälligkeit für einzelne Pilzkrankheiten verlangen eine angepasste Laubwand- und Ertragssteuerung. In trockenen, heißen Lagen ist zudem eine ausreichende Wasserversorgung wichtig.

Geeignete Klimazonen

warmes mediterranes Weinbauklima kontinental geprägtes Weinbauklima

Anbaugebiete & Zahlen

Wichtige Regionen

Rioja Ribera del Duero Castilla-La Mancha Castilla y León Douro Dão Alentejo
Weltweite Anbaufläche
231.000 ha weltweit (OIV-Datenstand 2015)
Hektar je Land
Spanien: 190.407 ha (MAPA, Stichtag 31. Juli 2025); 2015 lagen laut OIV 88 % der weltweiten Tempranillo-Fläche in Spanien.
Entwicklung der Fläche
Spanien: 190.407 ha am 31. Juli 2025; seit der Kampagne 2014/2015 sank die Fläche laut MAPA um 12.840 ha.
Ranking
5. Platz weltweit nach Rebfläche (OIV-Datenstand 2015)
Wichtigste Länder
Spanien, Portugal

Weinbereitung & Genuss

Geeignet für

  • Rotwein
  • Rosé
  • rote Cuvées

Ausbau

  • Holzfassreifung
  • Flaschenreifung

Speiseempfehlungen

  • Kabeljau
  • kräftige Fischgerichte
  • Schmorgerichte mit rotem Fleisch

Bekannte Weine

  • Rioja DOCa
  • Ribera del Duero DO

Beziehungen zu anderen Sorten

Elternsorten

Albillo Mayor Benedicto

Mutationen

Tempranillo Blanco

Weitere Informationen

Identity

Beschreibung
Tempranillo ist eine rote Rebsorte spanischen Ursprungs und gehört zu den prägenden Sorten der Iberischen Halbinsel. Genetische Untersuchungen identifizieren Albillo Mayor und Benedicto als Eltern; eine genomische Studie von 2025 verortet den wahrscheinlichsten Ursprung im oberen und mittleren Ebro-Raum. Regional trägt die Sorte zahlreiche Namen, darunter Cencibel, Tinto Fino, Tinta del País und Ull de Llebre; in Portugal sind Aragonez und Tinta Roriz gebräuchlich. Tempranillo reift früh und liefert vor allem trockene Rotweine, daneben Rosé und Cuvées. Je nach Herkunft und Ausbau reichen die Aromen von roter und dunkler Frucht sowie Veilchen bis zu reifebedingten Noten von Vanille, Kakao und Lakritz.

Serving

Speiseempfehlungen
  • Kabeljau
  • kräftige Fischgerichte
  • Schmorgerichte mit rotem Fleisch

Häufige Fragen

Was ist Tempranillo?

Tempranillo ist eine rote Rebsorte spanischen Ursprungs. Sie ist besonders in Spanien und Portugal bedeutend und wird vor allem für trockene Rotweine, daneben auch für Rosé und rote Cuvées verwendet.

Sind Cencibel, Tinto Fino und Tinta del País eigene Rebsorten?

Nein. Cencibel, Tinto Fino, Tinta del País, Tinta de Toro und Ull de Llebre sind regional gebräuchliche Bezeichnungen derselben Rebsorte. DNA-Untersuchungen bestätigen die gemeinsame Sortenidentität.

Woher stammt Tempranillo?

Spanien ist das Herkunftsland. Eine genomische Studie von 2025 bestimmt den oberen und mittleren Ebro-Raum als wahrscheinlichstes Ursprungsgebiet und rekonstruiert von dort eine spätere Verbreitung nach Westen.

Wie schmeckt Tempranillo typischerweise?

Häufig werden rote und dunkle Früchte, Pflaume, Erdbeere und florale Noten beschrieben. Bei längerer Reife können Vanille, Kakao und Lakritz hinzukommen. Herkunft, Ertrag und Ausbau verändern den Stil deutlich.

Reift Tempranillo früh?

Ja. Die OIV beschreibt Tempranillo als früh austreibende und früh reifende Sorte mit kurzem Vegetationszyklus. Gerade unter warmen Bedingungen beeinflussen Standort, Wasserangebot und Ertragssteuerung die Reife stark.

Wie groß ist die Tempranillo-Rebfläche?

Die OIV nennt 231.000 ha weltweit für 2015 und damit Rang fünf. Das spanische Landwirtschaftsministerium weist zum 31. Juli 2025 noch 190.407 ha in Spanien aus. Wegen der unterschiedlichen Datenjahre sind beide Werte nicht direkt vergleichbar.