Zurück zur Übersicht
Rebsorte

Syrah/Shiraz

Syrah und Shiraz bezeichnen dieselbe dunkelbeerige Rebsorte: In Frankreich ist Syrah der offizielle Sortenname, während Shiraz insbesondere in Australien gebräuchlich ist und auch in Frankreich als Synonym für Vermehrungsmaterial anerkannt wird. Genetische Analysen belegen die natürliche Abstammung von Mondeuse blanche und Dureza und stützen einen Ursprung im nördlichen Rhône-/Dauphiné-Raum. Die Sorte liefert vor allem trockene, farbintensive Rotweine mit deutlicher Tanninstruktur und guter Reifefähigkeit; häufige Aromenspuren reichen von dunklen Beeren und Pflaume bis Pfeffer, Veilchen, Olive und Leder. Je nach Klima und Ausbau reicht das Spektrum von mittelkräftig, frisch und würzig bis vollmundig und konzentriert.

Rebsorten-Steckbrief

Farbe
rot
Herkunftsland
Frankreich
Herkunftsregion
nördliche Côtes du Rhône / Dauphiné
Entstehung
Natürliche Kreuzung aus Mondeuse blanche × Dureza; die Abstammung ist durch publizierte DNA-Analysen belegt.
Typischer Stil
Überwiegend trockene, farbintensive Rotweine mit mittlerem bis vollem Körper, ausgeprägter Tanninstruktur und guter Reifefähigkeit. Kühle Herkünfte wirken oft würziger und straffer, warme Herkünfte reifer und üppiger; Syrah wird außerdem zu fruchtbetonten Roséweinen und in Cuvées verarbeitet.

Herkunft & Besonderheiten

Über Syrah kursierten lange Herkunftserzählungen aus Persien, Syrien oder Syrakus. Genetische Forschung änderte dieses Bild grundlegend: UC Davis und INRA Montpellier zeigten 1998 anhand von DNA-Analysen, dass Dureza und Mondeuse blanche die Elternsorten sind; Plantgrape verortet den wahrscheinlichen Ursprung in den nördlichen Côtes du Rhône oder im Dauphiné. In der Rhône ist Syrah seit Jahrhunderten etabliert und prägt insbesondere die nördlichen Crus. In Australien wurde dieselbe Sorte unter dem Namen Shiraz zu einer Leitrebsorte; Wine Australia nennt heute noch produktive historische Pflanzungen von 1843, 1847 und 1860.

Syrah bildet lange, im Frühjahr windempfindliche Triebe und benötigt deshalb sorgfältige Erziehung und Anbindung. Plantgrape beschreibt eine Empfindlichkeit gegenüber Chlorose auf Böden mit hohem aktivem Kalkgehalt sowie eine erhöhte Anfälligkeit für Milben und Graufäule gegen Reifeende; gegenüber Falschem Mehltau gilt sie dort als wenig anfällig. Hinzu kommt der sortenspezifische „Syrah decline“, dessen Ursache weiterhin nicht eindeutig geklärt ist. Die Reifephase von Véraison bis Lesereife ist vergleichsweise kurz, wodurch das optimale Lesefenster eng sein kann. Önologisch reicht der Ausbau von frischen, holzfreien Stilen bis zu längerer Fassreife.

Weinprofil

Frucht

Brombeere schwarze Kirsche Pflaume Himbeere rote Johannisbeere Heidelbeere

Blüten

Veilchen

Würze

Pfeffer Lakritz

Sonstige

Olive Leder Schokolade herzhafte Noten

Anbau, Klima & Boden

Austrieb
etwa eine Woche nach Chasselas im Plantgrape-Referenzsystem des Domaine de Vassal
Reifezeitpunkt
mittlere Reife; etwa 2,5 Wochen nach Chasselas im Plantgrape-Referenzsystem
Ertragsniveau
eher niedrig bis standortabhängig; Inter Rhône beschreibt Syrah als ertragsschwach
Wuchskraft
eher kräftig; Inter Rhône beschreibt die Sorte als recht wuchskräftig, abhängig von Klon und Schnittsystem
Krankheitsanfälligkeit
wenig anfällig für Falschen Mehltau, aber empfindlicher gegenüber Milben und Graufäule; zusätzlich ist der sortenspezifische Syrah decline dokumentiert
Schwierigkeit im Weinberg
mittel bis anspruchsvoll: lange windempfindliche Triebe erfordern gute Erziehung, stark kalkaktive Böden erhöhen das Chloroserisiko, und das kurze optimale Lesefenster verlangt präzises Reifemanagement

Geeignete Klimazonen

kühl gemäßigt warm

Geeignete Böden

Böden mit geringem aktivem Kalkgehalt

Anbaugebiete & Zahlen

Wichtige Regionen

Côte-Rôtie Hermitage Crozes-Hermitage Saint-Joseph Cornas Barossa Valley McLaren Vale Clare Valley Eden Valley Heathcote Hunter Valley
Weltweite Anbaufläche
190.000 ha (OIV-Datenstand 2015)
Hektar je Land
Frankreich: 65.772 ha (2018, Plantgrape); Australien: 39.893 ha (Wine Australia, Pflanzungsdaten 2019–2020)
Entwicklung der Fläche
Frankreich: von 1.602 ha (1958) auf 67.834 ha (2008), danach 65.772 ha (2018) laut Plantgrape. Die OIV kennzeichnete Syrah für 2000–2015 als deutlich wachsende Sorte.
Wichtigste Länder
Frankreich, Australien, Spanien, Argentinien, Chile, Südafrika, Vereinigte Staaten

Weinbereitung & Genuss

Geeignet für

  • trockener Rotwein
  • Roséwein

Ausbau

  • Holzfassausbau
  • Ausbau in älteren Fässern
  • Ausbau ohne Holz

Speiseempfehlungen

  • Charcuterie
  • Lamm
  • Rind
  • Wild
  • Schmorgerichte
  • gereifter Hartkäse

Bekannte Weine

  • Côte-Rôtie
  • Hermitage
  • Cornas
  • Saint-Joseph
  • Barossa Valley Shiraz

Beziehungen zu anderen Sorten

Elternsorten

Mondeuse blanche Dureza

Verwandte Sorten

Mondeuse blanche Dureza

Klone

470 471 524 747 1140 1141 1188 1345 1346 1352 1353 1354

Weitere Informationen

Identity

Beschreibung
Syrah und Shiraz bezeichnen dieselbe dunkelbeerige Rebsorte: In Frankreich ist Syrah der offizielle Sortenname, während Shiraz insbesondere in Australien gebräuchlich ist und auch in Frankreich als Synonym für Vermehrungsmaterial anerkannt wird. Genetische Analysen belegen die natürliche Abstammung von Mondeuse blanche und Dureza und stützen einen Ursprung im nördlichen Rhône-/Dauphiné-Raum. Die Sorte liefert vor allem trockene, farbintensive Rotweine mit deutlicher Tanninstruktur und guter Reifefähigkeit; häufige Aromenspuren reichen von dunklen Beeren und Pflaume bis Pfeffer, Veilchen, Olive und Leder. Je nach Klima und Ausbau reicht das Spektrum von mittelkräftig, frisch und würzig bis vollmundig und konzentriert.

Serving

Speiseempfehlungen
  • Charcuterie
  • Lamm
  • Rind
  • Wild
  • Schmorgerichte
  • gereifter Hartkäse

Häufige Fragen

Sind Syrah und Shiraz dieselbe Rebsorte?

Ja. Syrah und Shiraz sind unterschiedliche Namen für dieselbe Rebsorte. Plantgrape erkennt „Shiraz“ in Frankreich für Vermehrungsmaterial ausdrücklich als Synonym an; in Australien ist Shiraz die gebräuchliche Bezeichnung.

Woher stammt Syrah ursprünglich?

Die wahrscheinlichste Herkunft liegt im nördlichen Rhône- beziehungsweise Dauphiné-Raum in Frankreich. Genetische Analysen identifizieren Mondeuse blanche und Dureza als Elternsorten und widersprechen älteren Herkunftsmythen aus Persien oder Syrien.

Wie schmeckt Syrah oder Shiraz typischerweise?

Der Stil variiert stark nach Klima und Ausbau. Häufig sind dunkle Beeren, Pflaume, Pfeffer und Veilchen sowie eine deutliche Tanninstruktur. Kühle Herkünfte können würziger und schlanker, warme Regionen reifer und vollmundiger ausfallen.

Welche Risiken gibt es beim Anbau von Syrah?

Plantgrape nennt windempfindliche lange Triebe, Chloroserisiko auf stark kalkhaltigen Böden, Empfindlichkeit gegenüber Milben und Graufäule sowie den sortenspezifischen Syrah decline. Das optimale Lesefenster kann zudem relativ kurz sein.

Wie groß ist die weltweite Syrah-Rebfläche?

Die OIV weist für den Datenstand 2015 rund 190.000 Hektar Syrah aus. Dieser Wert ist ein historisch klar datierter Referenzwert und sollte nicht ohne Jahresangabe als aktuelle Weltfläche dargestellt werden.

Welche Regionen sind besonders für Shiraz oder Syrah bekannt?

An der nördlichen Rhône prägt Syrah unter anderem Côte-Rôtie, Hermitage, Saint-Joseph und Cornas. In Australien nennt Wine Australia besonders Barossa Valley, McLaren Vale, Clare Valley, Eden Valley, Heathcote und Hunter Valley.