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Rebsorte

Nebbiolo

Nebbiolo ist eine schwarzbeerige, alte Rebsorte Nordwestitaliens und besonders eng mit dem Piemont verbunden. Sie treibt früh aus, reift spät und verlangt gut exponierte, sorgfältig bewirtschaftete Lagen; kalkhaltige Böden gelten im Kerngebiet als besonders geeignet. Typische Weine verbinden ausgeprägte Struktur mit Frucht-, Blüten- und Gewürznoten und können durch längere Reifung zusätzliche Komplexität entwickeln. Berühmt ist Nebbiolo vor allem als alleinige Rebsorte von Barolo DOCG und Barbaresco DOCG. Außerhalb Italiens bleibt die Fläche klein: Die OIV erfasste 2015 weltweit 6.238 ha, davon 6.047 ha in Italien. Genetische Forschung bestätigt Nebbiolo als sehr alte Sorte mit mehreren Nachkommen, während die beiden Elternsorten bislang nicht sicher identifiziert sind.

Rebsorten-Steckbrief

Farbe
schwarzbeerige Rebsorte
Herkunftsland
Italien
Herkunftsregion
Piemont; historischer Schwerpunkt in Nordwestitalien
Erste Erwähnung
1266 nahe Turin
Typischer Stil
Trockene Nebbiolo-Weine sind typischerweise strukturiert, körperreich und von deutlich wahrnehmbaren Tanninen geprägt. Fruchtige, getrocknet-florale und würzige Noten können von teerartigen Nuancen begleitet werden. Barolo und Barbaresco zeigen, wie stark Herkunft und Reifezeit den Stil verändern: Beide werden ausschließlich aus Nebbiolo erzeugt, verlangen aber unterschiedliche Mindestzeiten für Ausbau und Reifung. Das Profil reicht deshalb von zugänglicheren Langhe-Weinen bis zu lang reifenden Herkunftsweinen.

Herkunft & Besonderheiten

Eine 2020 veröffentlichte genetische Studie zur Rebsortengeschichte Nordwestitaliens nennt Nebbiolo als eine der ältesten europäischen Rebsorten und verweist auf eine erste Erwähnung im Jahr 1266 nahe Turin. Der Schutzverband für Barolo und Barbaresco bezeichnet Nebbiolo als älteste autochthone schwarzbeerige Sorte des Piemont. Über Jahrhunderte blieb sie vor allem in Nordwestitalien verankert. Im 19. Jahrhundert wurde Nebbiolo zum Kern der sich profilierenden Weine Barolo und Barbaresco; beide Herkunftsweine durchliefen im 20. Jahrhundert die italienischen DOC- und später DOCG-Stufen.

Nebbiolo treibt früh aus und reift spät; regionale Fachunterlagen nennen die erste Aprildekade für den Austrieb und die zweite bis dritte Oktoberdekade für die Traubenreife. Die Sorte ist meist starkwüchsig, bei mittlerer bis hoher, klonabhängiger Produktivität. Früher Austrieb erhöht das Risiko später Fröste. Als wichtige Krankheitsrisiken werden Oidium und in geeigneten Jahren Grauschimmel genannt. Die Sorte reagiert deutlich auf Lage, Exposition und Boden. In den Langhe gelten kalk- und tuffhaltige Böden sowie gut besonnte Hügellagen als besonders geeignet; lange oder gemischte Schnittsysteme sind verbreitet.

Weinprofil

Frucht

rote Früchte Kirsche

Blüten

Rose getrocknetes Veilchen

Würze

Zimt Pfeffer Muskatnuss

Sonstige

Lakritz Tabak Leder Teer getrocknete Blüten
Tannin 6/10
Körper 8/10

Anbau, Klima & Boden

Austrieb
früh; typischerweise erste Aprildekade
Reifezeitpunkt
spät; typischerweise zweite bis dritte Oktoberdekade
Ertragsniveau
mittel bis hoch; deutlich klonabhängig
Wuchskraft
hoch bis sehr hoch; durch Klon und Gesundheitszustand variabel
Frostempfindlichkeit
durch frühen Austrieb anfällig für Schäden durch späte Fröste
Krankheitsanfälligkeit
empfindlich gegen Oidium; in begünstigenden Jahren auch gegen Grauschimmel
Schwierigkeit im Weinberg
Nebbiolo verlangt sorgfältige Standortwahl und Bestandsführung. Früher Austrieb, späte Reife, starker Wuchs und eine geringe Fruchtbarkeit der basalen Augen sprechen für angepasste Schnitt- und Laubarbeitsstrategien. Gut exponierte Hügellagen helfen, die lange Reifeperiode auszunutzen.

Geeignete Böden

kalkhaltige Böden tuffhaltige Böden

Anbaugebiete & Zahlen

Wichtige Regionen

Langhe Barolo Barbaresco Roero Canavese Alto Piemonte Valtellina Valle d’Aosta
Weltweite Anbaufläche
6.238 ha weltweit (OIV-Datenstand 2015)
Hektar je Land
Italien 6.047 ha, Australien 115 ha, USA 66 ha und Chile 10 ha (OIV-Datenstand 2015)
Wichtigste Länder
Italien, Australien, Vereinigte Staaten, Chile

Weinbereitung & Genuss

Geeignet für

  • trockener Rotwein

Ausbau

  • Holzfassreifung
  • Flaschenreifung

Bekannte Weine

  • Barolo DOCG
  • Barbaresco DOCG

Beziehungen zu anderen Sorten

Kindsorten

Vespolina Bubbierasco Freisa

Verwandte Sorten

Nebbiolo Rosé Pignola Rossola Nera

Klone

I-VCR 186 I-VCR 278

Weitere Informationen

Identity

Beschreibung
Nebbiolo ist eine schwarzbeerige, alte Rebsorte Nordwestitaliens und besonders eng mit dem Piemont verbunden. Sie treibt früh aus, reift spät und verlangt gut exponierte, sorgfältig bewirtschaftete Lagen; kalkhaltige Böden gelten im Kerngebiet als besonders geeignet. Typische Weine verbinden ausgeprägte Struktur mit Frucht-, Blüten- und Gewürznoten und können durch längere Reifung zusätzliche Komplexität entwickeln. Berühmt ist Nebbiolo vor allem als alleinige Rebsorte von Barolo DOCG und Barbaresco DOCG. Außerhalb Italiens bleibt die Fläche klein: Die OIV erfasste 2015 weltweit 6.238 ha, davon 6.047 ha in Italien. Genetische Forschung bestätigt Nebbiolo als sehr alte Sorte mit mehreren Nachkommen, während die beiden Elternsorten bislang nicht sicher identifiziert sind.

Häufige Fragen

Was ist Nebbiolo?

Nebbiolo ist eine alte schwarzbeerige Keltertraube aus Nordwestitalien, deren historisches Zentrum im Piemont liegt. Sie reift spät und ist vor allem als Rebsorte von Barolo und Barbaresco bekannt.

Woher stammt Nebbiolo?

Die Sorte ist eng mit Nordwestitalien und besonders dem Piemont verbunden. Eine genetische Fachstudie nennt eine erste Erwähnung von 1266 nahe Turin; beide Elternsorten gelten heute als nicht sicher identifiziert.

Wann reift Nebbiolo?

Regionale Fachunterlagen beschreiben einen frühen Austrieb in der ersten Aprildekade und eine späte Traubenreife in der zweiten bis dritten Oktoberdekade. Dadurch ist eine lange, ausreichend warme Reifeperiode wichtig.

Welche bekannten Weine werden aus Nebbiolo erzeugt?

Barolo DOCG und Barbaresco DOCG werden nach den Angaben ihres Schutzkonsortiums jeweils zu 100 Prozent aus Nebbiolo erzeugt. Beide Herkunftsweine schreiben zudem eine mehrjährige Reifung mit Holzanteil vor.

Welche Risiken hat Nebbiolo im Weinberg?

Der frühe Austrieb kann Schäden durch späte Fröste begünstigen. Fachunterlagen aus dem Piemont nennen außerdem Oidium und, in dafür günstigen Jahren, Grauschimmel als wichtige Krankheitsrisiken.

Wie verbreitet ist Nebbiolo weltweit?

Die OIV erfasste für 2015 weltweit 6.238 Hektar Nebbiolo. Davon lagen 6.047 Hektar in Italien; kleinere Bestände wurden in Australien, den Vereinigten Staaten und Chile ausgewiesen.