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Rebsorte

Malbec

Malbec ist eine rote Keltertraube französischen Ursprungs, die in Frankreich offiziell als Cot geführt wird und international vor allem unter dem Namen Malbec bekannt ist. Plantgrape verortet ihren Ursprung im Südwesten Frankreichs; genetisch stammt sie aus Magdeleine Noire des Charentes und Prunelard. Heute besitzt die Sorte zwei besonders prägende Bezugspunkte: Cahors im französischen Quercy und Argentinien, wo Ende 2025 46.890 ha standen. Typische Rotweine sind tief gefärbt, fruchtbetont und deutlich tannisch; Pflaume, Brombeere, Kirsche und Veilchen sind häufige Beschreibungen. Im Weinberg verlangt die wuchskräftige, zur Verrieselung neigende Sorte eine gute Wuchskontrolle und ausreichende Reife, da unreife Trauben stärker vegetale Noten zeigen können.

Rebsorten-Steckbrief

Farbe
rote Rebsorte
Herkunftsland
Frankreich
Herkunftsregion
Südwestfrankreich; Quercy/Cahors als historisches Kerngebiet
Entstehung
natürliche Kreuzung aus Magdeleine Noire des Charentes × Prunelard
Typischer Stil
Typischer Malbec wird trocken als farbintensiver Rotwein mit ausgeprägter Frucht, markanten Tanninen und dichter Textur ausgebaut; Plantgrape bescheinigt bei guter Reife zudem Lagerfähigkeit. Argentinische Beispiele zeigen häufig Pflaume, Brombeere, Kirsche und Veilchen bei ausgewogener Säure. Cahors betont dunkle Farbe, rote und schwarze Früchte, Gewürz- und Veilchennoten. Rosé ist ebenfalls möglich. Herkunft, Höhenlage, Ertrag und Ausbau verändern das Profil deutlich, weshalb Alkohol und Süße nicht pauschal skaliert werden.

Herkunft & Besonderheiten

Malbec gehört historisch zum Rebsortenspektrum Südwestfrankreichs. Plantgrape nennt den Südwesten als Ursprung; INAO und CIVB verknüpfen die Sorte besonders eng mit Quercy und Cahors. Der CIVB datiert ihre Verbreitung nach Bordeaux in das 17. Jahrhundert. Für Argentinien beschreibt das Instituto Nacional de Vitivinicultura die Einführung im 19. Jahrhundert im Umfeld von Domingo F. Sarmiento und dem französischen Agronomen Michel Aimé Pouget in Mendoza. Dort entwickelte sich Malbec zur flächenmäßig wichtigsten Rebsorte des Landes.

Plantgrape beschreibt Cot/Malbec als wuchskräftig und anfällig für Verrieselung; hohe Pflanzdichten und schwach wachsende Unterlagen helfen bei der Wuchskontrolle. Der Austrieb erfolgt etwa vier Tage nach Chasselas, die Reife etwa zweieinhalb Wochen danach. Junge Anlagen sind vergleichsweise empfindlich gegen Winterfrost; nach Frühjahrsfrost sind Triebe aus Nebenaugen wenig fruchtbar. Als besondere phytosanitäre Risiken werden Phomopsis und Rebzikaden genannt. Bei unzureichender Reife können harte, bittere und vegetale Noten deutlicher werden.

Weinprofil

Frucht

Pflaume Brombeere Kirsche rote Beeren schwarze Beeren

Blüten

Veilchen Jasmin

Würze

Pfeffer Gewürznoten

Sonstige

Leder vegetale Noten bei unvollständiger Reife
Säure 6/10
Tannin 8/10
Körper 8/10

Anbau, Klima & Boden

Austrieb
etwa 4 Tage nach Chasselas
Reifezeitpunkt
mittlere Reife; etwa 2,5 Wochen nach Chasselas
Wuchskraft
wuchskräftig
Frostempfindlichkeit
in den ersten Standjahren vergleichsweise empfindlich gegen Winterfrost; Nebenaugen nach Frühjahrsfrost wenig fruchtbar
Trockenheitsresistenz
laut CIVB gegenüber Merlot vergleichsweise robust gegenüber Hitze und Wasserstress; in ariden Regionen bleibt kontrollierte Wasserversorgung zentral
Krankheitsanfälligkeit
keine ausgeprägte allgemeine Pilzanfälligkeit, jedoch mögliche Empfindlichkeit für Phomopsis; zusätzlich empfindlich gegenüber Rebzikaden
Schwierigkeit im Weinberg
Wuchskraft und Verrieselungsneigung erfordern Ertrags- und Laubwandmanagement. Hohe Pflanzdichten und weniger wüchsige Unterlagen können die Wuchskraft begrenzen. Frost in jungen Anlagen sowie ausreichende physiologische Reife sind wichtige Punkte der Bestandsführung.

Geeignete Klimazonen

trockene Hochlagen mit großer Tag-Nacht-Amplitude warme, gut exponierte Weinbaulagen

Geeignete Böden

Kalkböden Ton-Kalk-Böden Tonböden tiefe gut drainierte Böden

Anbaugebiete & Zahlen

Wichtige Regionen

Cahors Quercy Mendoza Luján de Cuyo Valle de Uco Salta Bordeaux
Weltweite Anbaufläche
54.610 ha weltweit (OIV-Datenstand 2015 bzw. jeweils jüngster verfügbarer Länderwert)
Hektar je Land
OIV-Datenstand 2015: Argentinien 40.144 ha, Frankreich 6.816 ha, Chile 2.309 ha, Vereinigte Staaten 1.641 ha, Italien 1.189 ha, Australien 562 ha. INV: Argentinien 46.890 ha zum 31.12.2025.
Entwicklung der Fläche
Frankreich laut Plantgrape: 10.752 ha (1958), 4.801 ha (1979), 6.676 ha (2008), 7.625 ha (2018). Argentinien laut INV: 40.401 ha (2016) und 46.890 ha (2025); für die letzte Dekade meldet das INV einen Zuwachs von 16,1 %.
Wichtigste Länder
Argentinien, Frankreich, Chile, Vereinigte Staaten, Italien, Australien

Weinbereitung & Genuss

Geeignet für

  • Rotwein
  • Rosé
  • rote Cuvées

Ausbau

  • mindestens sechs Monate Ausbau bei Cahors AOP

Bekannte Weine

  • Cahors AOP

Beziehungen zu anderen Sorten

Elternsorten

Magdeleine Noire des Charentes Prunelard

Klone

42 46 180 279 353 419 592 593 594 595 596 597 598 1061 1127 1128 1288 1289 1342

Weitere Informationen

Identity

Beschreibung
Malbec ist eine rote Keltertraube französischen Ursprungs, die in Frankreich offiziell als Cot geführt wird und international vor allem unter dem Namen Malbec bekannt ist. Plantgrape verortet ihren Ursprung im Südwesten Frankreichs; genetisch stammt sie aus Magdeleine Noire des Charentes und Prunelard. Heute besitzt die Sorte zwei besonders prägende Bezugspunkte: Cahors im französischen Quercy und Argentinien, wo Ende 2025 46.890 ha standen. Typische Rotweine sind tief gefärbt, fruchtbetont und deutlich tannisch; Pflaume, Brombeere, Kirsche und Veilchen sind häufige Beschreibungen. Im Weinberg verlangt die wuchskräftige, zur Verrieselung neigende Sorte eine gute Wuchskontrolle und ausreichende Reife, da unreife Trauben stärker vegetale Noten zeigen können.

Häufige Fragen

Was ist Malbec?

Malbec ist eine rote Keltertraube aus Frankreich. In Frankreich lautet der offizielle Sortenname Cot; international hat sich Malbec durchgesetzt. Die Sorte ist heute besonders eng mit Cahors und Argentinien verbunden.

Woher stammt Malbec?

Plantgrape verortet die Sorte im Südwesten Frankreichs. INAO und CIVB heben Quercy und Cahors als historisches Kerngebiet hervor. Beim genauen Mikro-Ursprung sind institutionelle Quellen nicht vollständig einheitlich.

Sind Malbec und Côt dieselbe Rebsorte?

Ja. UC Davis führt Côt als gebräuchliches Synonym von Malbec, während Plantgrape Cot als offiziellen französischen Sortennamen verwendet. In anderen Ländern und historischen Quellen kommen weitere Synonyme vor.

Wie schmeckt Malbec typischerweise?

Häufig sind dunkle Farbe, deutliche Frucht und markante Tannine. Offizielle Quellen nennen unter anderem Pflaume, Brombeere, Kirsche, Veilchen, Pfeffer und teils Leder. Herkunft und Reifegrad verändern das Profil deutlich.

Wo wird Malbec heute besonders viel angebaut?

Argentinien ist das wichtigste Anbauland. Das INV meldet zum 31. Dezember 2025 insgesamt 46.890 ha Malbec; 39.771 ha davon lagen in Mendoza. Historisch bleibt Cahors das zentrale französische Herkunftsgebiet.

Welche Herausforderungen gibt es im Malbec-Weinberg?

Plantgrape nennt Wuchskraft, Verrieselungsneigung, Frostempfindlichkeit junger Anlagen, wenig fruchtbare Nebenaugen nach Frühjahrsfrost sowie Risiken durch Phomopsis und Rebzikaden. Gute Reife ist für die Weinqualität wichtig.