Traubenmost ist die überwiegend flüssige Grundlage, aus der durch Gärung Wein entsteht. Er wird aus frischen Weintrauben gewonnen und enthält vor allem Wasser sowie die vergärbaren Zucker Glucose und Fructose. Hinzu kommen Weinsäure und Äpfelsäure, Mineralstoffe, Stickstoffverbindungen, Aromavorstufen und unterschiedlich viele feine Feststoffe. Diese Zusammensetzung hängt von Rebsorte, Reife, Gesundheit der Beeren und Verarbeitung ab. Deshalb ist Most nicht bloß süßer Traubensaft: Er bildet eine komplexe Umgebung für Hefen und beeinflusst, welche Aromen, Säurewirkung und Textur sich während der Weinbereitung entwickeln können.
Bei klassischem Weißwein wird der Most gewöhnlich vor der alkoholischen Gärung von Schalen und Kernen getrennt. Bei Rotwein bleibt der flüssige Anteil dagegen zunächst Teil der Maische und vergärt zusammen mit den festen Bestandteilen. Auch der Trubgehalt ist wichtig. Grobe Partikel können vor der Gärung reduziert werden, während eine vollständige Klärung nicht immer sinnvoll ist, weil feine Bestandteile die Hefe und den späteren Stil mitprägen. Der Begriff „Most“ wird im Alltag auch für andere unvergorene Fruchtsäfte verwendet. Im Zusammenhang mit Wein bezeichnet Traubenmost jedoch gezielt das aus Weintrauben gewonnene Erzeugnis vor oder zu Beginn seiner Umwandlung. Teilweise vergorener Traubenmost und fertiger Wein sind davon zu unterscheiden.