Verdejo
Verdejo ist eine weiße spanische Keltertraube und die prägende autochthone Rebsorte der D.O. Rueda in Castilla y León. Der französische IFV beschreibt sie als spanische, im Sortenkatalog geführte Sorte mit der Abstammung Castellana Blanca × Savagnin. In Rueda ist sie seit mehr als zehn Jahrhunderten verwurzelt. Typische trockene Weine verbinden klare Fruchtaromen mit Kräuter- und Anisnoten, lebhafter Säure, Frische und einem charakteristischen leicht bitteren Nachhall. Die Sorte ist an trockene, warme kontinentale Bedingungen und steinige Böden angepasst. Zum 31. Juli 2024 waren in Spanien 25.208 ha Verdejo registriert.
Rebsorten-Steckbrief
- Farbe
- weiß
- Herkunftsland
- Spanien
- Herkunftsregion
- Rueda, Castilla y León (traditionelles Kerngebiet; vom Consejo Regulador als autochthon bezeichnet)
- Entstehung
- Abstammung laut IFV: Castellana Blanca × Savagnin.
- Typischer Stil
- Typisch sind trockene, aromatische Weißweine mit Birne, Apfel und reiferer Frucht, dazu Kräuter- und Anisnoten, lebhafter Säure, Frische und einem charakteristischen leicht bitteren Nachhall. Die D.O. Rueda kennt daneben Hefelager, Fassgärung und Fassausbau sowie den traditionell oxidativ gereiften Dorado, sodass das konkrete Profil deutlich von der Vinifikation abhängt.
Herkunft & Besonderheiten
Der Consejo Regulador der D.O. Rueda beschreibt Verdejo als autochthone Sorte seines Gebiets und dokumentiert ihren Anbau dort seit mehr als zehn Jahrhunderten. Diese lange regionale Kontinuität ist belastbar, eine exakt datierte erste schriftliche Erwähnung lässt sich aus den hier verwendeten Primärquellen jedoch nicht ableiten und bleibt deshalb offen. Der IFV führt Verdejo als spanische weiße Keltertraube und als im Sortenkatalog geführte Rebsorte. Rueda bewahrt neben frischen Weißweinstilen auch traditionelle Ausbauformen wie den oxidativ gereiften Dorado.
Verdejo treibt laut IFV früh bis mittel aus und erreicht die Reife ungefähr anderthalb Wochen nach Chasselas. Die technische Sortenbeschreibung nennt eine gute Anpassung an Wärme und Trockenheit sowie eine gewisse Toleranz gegenüber Falschem Mehltau. In Rueda trifft die Rebe auf steinige, gut drainierte, kalk- und magnesiumreiche Böden und starke Tag-Nacht-Temperaturunterschiede. Diese Bedingungen unterstützen eine langsame Reifung und den Erhalt der für Rueda Verdejo charakteristischen Säure und Frische; die nächtliche Lese ist dort eine verbreitete Qualitätsmaßnahme.
Weinprofil
Frucht
Würze
Sonstige
Anbau, Klima & Boden
- Austrieb
- früh bis mittel; laut IFV etwa 4 Tage nach Chasselas
- Reifezeitpunkt
- laut IFV etwa 1,5 Wochen nach Chasselas
- Ertragsniveau
- IFV-Referenz: 10 t/ha; D.O. Rueda 2025: maximal 8 t/ha im Busch- bzw. 10 t/ha im Spaliersystem
- Trockenheitsresistenz
- gut hitze- und trockenheitsverträglich (IFV)
- Krankheitsanfälligkeit
- IFV nennt eine gewisse Toleranz gegenüber Falschem Mehltau; eine umfassende sortenweite Krankheitsklassifikation fehlt.
Geeignete Klimazonen
Geeignete Böden
Anbaugebiete & Zahlen
Wichtige Regionen
- Hektar je Land
- Spanien: 25.208 ha (Datenstand 31.07.2024, MAPA)
- Entwicklung der Fläche
- Spanien: +6.851 ha seit der Kampagne 2014/2015 bis zum Datenstand 31.07.2024 (MAPA)
- Wichtigste Länder
- Spanien
Weinbereitung & Genuss
Geeignet für
- trockener Weißwein
- hefegelagerter Weißwein
- fassvergorener Weißwein
- Schaumwein
- Likörwein
- Dorado
- Pálido
Ausbau
- Hefelager
- Fassgärung und Fassausbau
- Ausbau im Beton- oder Tonbehälter
- oxidativer Ausbau im Eichenfass
- biologischer Ausbau im Eichenfass
Speiseempfehlungen
- Meeresfrüchte
- Muscheln
- gegrillter Fisch
- Ceviche
- Sushi
- Sardellen
- Käse
- weißes Fleisch
Bekannte Weine
- Rueda Verdejo
- Dorado de Rueda
- Pálido de Rueda
Beziehungen zu anderen Sorten
Elternsorten
Weitere Informationen
Serving
- Speiseempfehlungen
-
- Meeresfrüchte
- Muscheln
- gegrillter Fisch
- Ceviche
- Sushi
- Sardellen
- Käse
- weißes Fleisch
Häufige Fragen
Was ist Verdejo?
Verdejo ist eine weiße spanische Keltertraube. Der IFV führt sie als im Sortenkatalog eingetragene Sorte; in der D.O. Rueda gilt sie als die prägende autochthone Rebsorte und besitzt dort eine mehr als tausendjährige Anbautradition.
Woher kommt Verdejo?
Die belastbaren Quellen verorten Verdejo in Spanien; der Consejo Regulador bezeichnet sie als autochthone Rebsorte der D.O. Rueda und dokumentiert ihren Anbau dort seit mehr als zehn Jahrhunderten. Eine exakt datierte erste Erwähnung bleibt offen.
Wie schmeckt Verdejo typischerweise?
Rueda beschreibt Verdejo mit Birne, Apfel und weiteren Fruchtnoten, dazu Anis und Kräutern. Typisch sind eine lebhafte Säure, Frische und ein charakteristischer leicht bitterer Nachhall; Ausbau und Herkunft können den Stil deutlich verändern.
Wie wächst Verdejo?
Laut IFV treibt Verdejo früh bis mittel aus und reift etwa anderthalb Wochen nach Chasselas. Die Sorte verträgt Wärme und Trockenheit gut und ist an das trockene, warme Kontinentalklima ihres Kerngebiets angepasst.
Wie groß ist die Anbaufläche von Verdejo?
Das spanische Landwirtschaftsministerium weist für Verdejo zum Datenstand 31. Juli 2024 insgesamt 25.208 Hektar in Spanien aus. Ein ebenso belastbarer aktueller Weltgesamtwert wurde in den verwendeten Primärquellen nicht gefunden.
Welche Weinstile gibt es aus Verdejo?
Neben jungen trockenen Weißweinen erlaubt und beschreibt Rueda auch Varianten mit Hefelager, Fassgärung oder Fassausbau. Außerdem gibt es Schaumwein sowie den traditionellen oxidativ ausgebauten Dorado, der unter anderem aus Verdejo erzeugt werden kann.