Sémillon
Sémillon ist eine weiße Rebsorte mit Ursprung im Bordelaiser Weinbau und zählt dort zu den prägenden Sorten für trockene wie edelsüße Weißweine. Plantgrape beschreibt sie als mäßig wuchskräftig, eher ertragreich und mittel reifend; bei gelenkten Erträgen kann sie körperreiche, lagerfähige trockene Weine mit eher moderater bis niedriger Säure liefern. In Bordeaux ist sie besonders für Sauternes und Barsac wichtig, wo Botrytis cinerea zur Konzentration süßer Weine genutzt wird. Australien hat mit Hunter Valley, Riverina, Barossa Valley und Margaret River eigenständige Stiltraditionen entwickelt, die von schlanken, früh gelesenen Edelstahltankweinen bis zu reicheren, im Holz ausgebauten Varianten reichen. Die OIV weist für 2015 weltweit 19.052 Hektar Sémillon aus.
Rebsorten-Steckbrief
- Farbe
- weiß
- Herkunftsland
- Frankreich
- Herkunftsregion
- Bordeaux
- Typischer Stil
- Trockener Sémillon reicht von schlanken, früh gelesenen und im Edelstahltank vergorenen Weinen bis zu körperreicheren, im Holz vergorenen oder gereiften Varianten. Plantgrape nennt bei günstigen Bedingungen volle trockene Weißweine mit eher moderater bis niedriger Säure; Bordeaux betont Rundheit und Volumen. Daneben ist die Sorte für botrytische Süßweine zentral. Mit Flaschenreife können insbesondere australische Hunter-Valley-Weine Noten von Feige, Toast und Honig entwickeln.
Herkunft & Besonderheiten
Plantgrape verortet den Ursprung von Sémillon in den Weinbergen von Bordeaux und führt die Sorte im französischen Rebsortenkatalog auf Liste A. Die französische Anbaufläche ging laut Plantgrape von 35.993 Hektar 1958 über 23.340 Hektar 1979 auf 10.287 Hektar 2018 zurück. Parallel entwickelte Sémillon in Australien eine eigenständige Tradition: Wine Australia nennt Riverina als größtes Anbauzentrum und Hunter Valley, Barossa Valley sowie Margaret River als wichtige regionale Ausdrucksformen. Für den internationalen Vergleich dokumentiert die OIV 19.052 Hektar im Datenstand 2015.
Sémillon besitzt laut Wine Australia eine dünne Beerenschale. Plantgrape beschreibt die Rebe als mäßig wuchskräftig und eher ertragreich, zugleich aber stark standortabhängig; Kies- und Ton-Kalk-Böden gelten als gut geeignet. Die Sorte ist empfindlich gegen Graufäule und Schwarzfäule an jungen Blättern sowie gegen Milben und Zikaden, jedoch weniger anfällig für Echten Mehltau und Eutypiose. Gerade die Botrytis-Anfälligkeit hat zwei Seiten: unerwünschte Fäulnis kann problematisch sein, während kontrollierte Edelfäule in Bordeaux gezielt für konzentrierte Süßweine genutzt wird. In Frankreich sind sieben zertifizierte Klone dokumentiert.
Weinprofil
Frucht
Blüten
Sonstige
Anbau, Klima & Boden
- Austrieb
- etwa 6 Tage nach Chasselas (Plantgrape-Referenz)
- Reifezeitpunkt
- mittlere Reife; etwa 2,5 Wochen nach Chasselas (Plantgrape-Referenz)
- Ertragsniveau
- eher ertragreich; Erträge stark terroirabhängig
- Wuchskraft
- mittel
- Frostempfindlichkeit
- empfindlich gegen Frühjahrsfrost
- Trockenheitsresistenz
- empfindlich gegen sommerliche Trockenheit
- Krankheitsanfälligkeit
- empfindlich gegen Graufäule und Schwarzfäule an jungen Blättern; außerdem Milben und Zikaden
- Schwierigkeit im Weinberg
- mittel bis anspruchsvoll; Ertrag und Qualität reagieren deutlich auf Standort und Ertragssteuerung
Geeignete Böden
Anbaugebiete & Zahlen
Wichtige Regionen
- Weltweite Anbaufläche
- 19.052 ha (OIV-Datenstand 2015)
- Hektar je Land
- Frankreich: 10.759 ha; Australien: 4.569 ha; Südafrika: 1.152 ha; Chile: 958 ha; Argentinien: 779 ha; USA: 395 ha (OIV-Datenstand 2015)
- Entwicklung der Fläche
- Frankreich: 35.993 ha (1958), 23.340 ha (1979), 14.969 ha (1998), 10.287 ha (2018) laut Plantgrape.
- Wichtigste Länder
- Frankreich, Australien, Südafrika, Chile, Argentinien, USA
Weinbereitung & Genuss
Geeignet für
- trockener Weißwein
- edelsüßer Weißwein
Ausbau
- Edelstahltank
- Holzfass
- Flaschenreife
Speiseempfehlungen
- Austern
- Schalentiere
- weißer Fisch
- Huhn
- Salate
- Ziegenkäse
- Schafskäse
Bekannte Weine
- Sauternes
- Barsac
Beziehungen zu anderen Sorten
Klone
Weitere Informationen
Serving
- Speiseempfehlungen
-
- Austern
- Schalentiere
- weißer Fisch
- Huhn
- Salate
- Ziegenkäse
- Schafskäse
Häufige Fragen
Was ist Sémillon für eine Rebsorte?
Sémillon ist eine weiße Rebsorte aus dem Bordelaiser Weinbau. Sie wird sowohl trocken als auch edelsüß ausgebaut. Plantgrape beschreibt sie als mäßig wuchskräftig, eher ertragreich und mittel reifend; bei passenden Bedingungen entstehen körperreiche, lagerfähige Weißweine.
Warum ist Sémillon für Sauternes so wichtig?
In Bordeaux ist Sémillon besonders für edelsüße Weine aus Sauternes und Barsac bedeutend. Die dünnschaligen Beeren können von Botrytis cinerea befallen werden; als kontrollierte Edelfäule entzieht der Pilz Wasser und konzentriert Zucker sowie Aromen in den Trauben.
Wie schmeckt trockener Sémillon typischerweise?
Das Profil hängt stark von Herkunft und Ausbau ab. Plantgrape nennt volle trockene Weißweine mit eher moderater bis niedriger Säure, während Hunter-Valley-Stile jung leichter und zitroniger wirken können. Mit Reife können dort Feige, Toast und Honig hinzukommen.
Wo wird Sémillon außerhalb von Bordeaux angebaut?
Australien ist ein besonders wichtiges zweites Zentrum. Wine Australia nennt Riverina als größtes nationales Anbaugebiet und hebt Hunter Valley, Barossa Valley und Margaret River als charakteristische Regionen hervor. Die OIV dokumentiert außerdem relevante Flächen in Südafrika, Chile und Argentinien.
Welche Böden eignen sich für Sémillon?
Plantgrape nennt Kies- sowie Ton-Kalk-Böden als geeignete Standorte. Bordeaux.com ergänzt für süße Weine Kies, Ton-Kalk und flachgründige Kalkböden, besonders in Sauternes, Barsac und Cadillac. Für trockene Weine werden ausgewogene, weder zu trockene noch zu feuchte Böden hervorgehoben.
Wie groß ist die weltweite Anbaufläche von Sémillon?
Die OIV weist für ihren Datenstand 2015 weltweit 19.052 Hektar aus. Davon entfielen 10.759 Hektar auf Frankreich und 4.569 Hektar auf Australien; weitere größere Flächen lagen unter anderem in Südafrika, Chile, Argentinien und den USA. Neuere globale Zahlen wurden nicht hochgerechnet.