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Rebsorte

Pinotage

Pinotage ist eine schwarzbeerige südafrikanische Weinrebsorte, die aus einer gezielten Kreuzung von Pinot Noir und Cinsaut hervorging. A. I. Perold erzeugte sie in Stellenbosch in den 1920er-Jahren; Plantgrape datiert die Sorte auf 1925, während die Pinotage Association die eigentliche Kreuzung auf den 17. November 1924 und die Aussaat der Samen auf 1925 legt. Heute bleibt Südafrika ihr klares Zentrum: SAWIS weist zum 31. Dezember 2025 6.619 Hektar aus. Pinotage ist mäßig wüchsig, fruchtbar und vergleichsweise früh bis mittelfrüh reifend. Die Sorte kann kräftige trockene Rotweine hervorbringen, wird aber auch für leichtere Rotweinstile, Rosé, Süßwein und als Bestandteil südafrikanischer Cape Blends genutzt.

Rebsorten-Steckbrief

Farbe
schwarz
Herkunftsland
Südafrika
Herkunftsregion
Stellenbosch
Erste Erwähnung
1925 als neu erzeugte Rebsorte; die Pinotage Association datiert die Kreuzung auf den 17. November 1924 und die Aussaat auf 1925
Entstehung
gezielte Kreuzung aus Pinot Noir und Cinsaut (damals in Südafrika als Hermitage bezeichnet) durch A. I. Perold
Typischer Stil
Pinotage wird vor allem als trockener Rotwein ausgebaut und kann dabei von fruchtbetonten, früher zugänglichen bis zu volleren, holzgereiften Stilen reichen. Plantgrape beschreibt die Weine als eher körperreich und aromatisch eigenständig; die südafrikanische Pinotage Association unterscheidet ausdrücklich zwischen stärker esterbetonten, früh vermarkteten Weinen und volleren Weinen für spätere Vermarktung und Holzreife. Daneben sind Rosé- und Süßweine dokumentiert, und Pinotage ist eine wichtige Komponente von Cape Blends.

Herkunft & Besonderheiten

Die Sorte geht auf den Stellenboscher Hochschullehrer Abraham Izak Perold zurück. Die Pinotage Association datiert die Kreuzung von Pinot Noir mit Cinsaut auf den 17. November 1924; 1925 wurden die Samen ausgesät. Nach Perolds Wechsel zur KWV wurden die wenigen Sämlinge gerettet und später weitervermehrt. 1935 wurden sie auf Unterlagen gepfropft, 1941 erzeugte C. T. de Waal den ersten dokumentierten Pinotage-Wein. Die ersten kommerziellen Pflanzungen folgten 1943. In den 1950er-Jahren verbreitete sich die Sorte bei südafrikanischen Gütern weiter; die Pinotage Association wurde 1995 gegründet. Pinotage ist heute eng mit der Weinidentität Südafrikas verbunden, wird aber auch in mehreren anderen Ländern in kleineren Beständen kultiviert.

Plantgrape beschreibt Pinotage als mäßig wüchsig, recht fruchtbar und produktiv mit aufrechtem Wuchs. Die Triebe reagieren vergleichsweise empfindlich auf Wind, weshalb eine Erziehung am Drahtrahmen empfohlen wird. Der südafrikanische Anbauleitfaden nennt einen frühen bis mittelfrühen Austrieb und eine frühe bis mittelfrühe Reife; zwischen Austrieb und Lese liegen dort ungefähr 160 bis 180 Tage. Die Leitlinie nennt eine moderate Anfälligkeit für Echten Mehltau, Falschen Mehltau und Botrytis, während Plantgrape die Sorte insgesamt nicht als besonders pilzkrankheitsanfällig einstuft. Tiefe Böden mit gutem Wasserspeichervermögen werden empfohlen; Ertragssteuerung ist für das angestrebte Qualitätsniveau wichtig.

Weinprofil

Frucht

dunkle Beeren schwarze Früchte
Süße 2/10
Säure 5/10
Tannin 6/10
Alkohol 7/10
Körper 7/10
Frische 5/10

Anbau, Klima & Boden

Austrieb
früh bis mittelfrüh; in Südafrika ab Anfang September, nach Chardonnay und vor oder zusammen mit Merlot
Reifezeitpunkt
früh bis mittelfrüh; in Südafrika meist Ende Januar bis Anfang März, etwa 160–180 Tage nach Austrieb; Plantgrape: etwa 2,5 Wochen nach Chasselas
Ertragsniveau
mittel; unter günstigen Bedingungen sind höhere Erträge möglich, daher ist Ertragssteuerung üblich
Wuchskraft
mäßig bis mittel
Krankheitsanfälligkeit
südafrikanische Leitlinie: mäßig anfällig für Echten Mehltau, Falschen Mehltau und Botrytis; Plantgrape bewertet Pinotage insgesamt nicht als besonders empfindlich gegenüber Pilzkrankheiten
Schwierigkeit im Weinberg
mittlerer Anspruch: Ertrag und Laubwand sollten an das Qualitätsziel angepasst werden; die windempfindlichen Triebe sprechen für eine stabile Erziehung, und in südafrikanischen Beständen ist eine konsequente Kontrolle von Mehltau und Botrytis sinnvoll

Geeignete Böden

tiefe Böden mit gutem Wasserspeichervermögen

Anbaugebiete & Zahlen

Wichtige Regionen

Stellenbosch Paarl Swartland Wellington Walker Bay
Hektar je Land
Südafrika: 6.619 ha (SAWIS, Stand 31.12.2025); Frankreich: 1,3 ha (Plantgrape, Datenstand 2018)
Entwicklung der Fläche
In Südafrika stieg die Pinotage-Fläche 2025 gegenüber 2024 laut SAWIS leicht um 0,2 % auf 6.619 ha.
Wichtigste Länder
Südafrika

Weinbereitung & Genuss

Geeignet für

  • trockener Rotwein
  • Rosé
  • Süßwein
  • Cape Blend

Ausbau

  • Holzfassausbau
  • Tankausbau

Bekannte Weingüter

  • Kanonkop
  • Bellevue
  • Meerendal
  • DeWaal

Beziehungen zu anderen Sorten

Elternsorten

Pinot Noir Cinsaut

Klone

FR 1186 PI 45 PI 48 PI 50

Häufige Fragen

Woher stammt Pinotage?

Pinotage stammt aus Südafrika und wurde in Stellenbosch aus Pinot Noir und Cinsaut entwickelt. Plantgrape datiert die Sorte auf 1925; die Pinotage Association setzt die eigentliche Kreuzung auf den 17. November 1924 und die Aussaat der Samen auf 1925.

Welche Rebsorten sind die Eltern von Pinotage?

Die Elternsorten sind Pinot Noir und Cinsaut. Cinsaut wurde in Südafrika damals häufig Hermitage genannt. Die Abstammung wird sowohl von Plantgrape als auch von der südafrikanischen Pinotage Association ausdrücklich bestätigt.

Wie schmeckt typischer Pinotage?

Der Stil ist nicht einheitlich. Plantgrape beschreibt Pinotage häufig als körperreich und aromatisch eigenständig. Südafrikanische Erzeuger arbeiten sowohl fruchtbetont und früher zugänglich als auch voller und für Holzreife; Rosé und Süßwein sind ebenfalls dokumentiert.

Wann reift Pinotage?

Pinotage gilt als früh bis mittelfrüh reifend. Der südafrikanische Anbauleitfaden nennt meist Ende Januar bis Anfang März und etwa 160 bis 180 Tage vom Austrieb bis zur Ernte; Plantgrape ordnet die Reife etwa zweieinhalb Wochen nach Chasselas ein.

Wie wichtig ist Pinotage in Südafrika?

Südafrika ist das eindeutige Zentrum der Sorte. SAWIS weist zum 31. Dezember 2025 6.619 Hektar Pinotage aus. Damit gehörte Pinotage weiterhin zu den zehn flächenstärksten Keltertrauben des Landes und lag im Berichtsjahr knapp vor Chardonnay.

Wird Pinotage nur als Rotwein ausgebaut?

Nein. Der Schwerpunkt liegt auf Rotwein, doch Plantgrape nennt auch Rosé- und Süßweine. Die Pinotage Association dokumentiert außerdem die Rolle der Sorte in Cape Blends und beschreibt sowohl früh zugängliche als auch länger ausgebaute, holzgereifte Rotweinstile.