Grenache
Grenache ist eine schwarzbeerige Rebsorte spanischer Herkunft, die dort amtlich Garnacha Tinta heißt und historisch eng mit Aragón verbunden ist. Sie zählt zu den international bedeutenden roten Sorten und prägt besonders Weine in Spanien und im mediterranen Frankreich. Die spät reifende, sehr wuchskräftige Rebe verträgt Trockenheit außergewöhnlich gut und kann hohe Zuckerwerte erreichen. Typische Weine sind fruchtbetont, rund und körperreich; Säure, Farbe und Struktur hängen jedoch stark von Ertrag, Standort und Ausbau ab. Neben trockenen Rot- und Roséweinen entstehen aus Grenache auch natürliche Süßweine und zahlreiche Cuvées.
Rebsorten-Steckbrief
- Farbe
- schwarzbeerige Rebsorte
- Herkunftsland
- Spanien
- Herkunftsregion
- Aragón
- Typischer Stil
- Typischer trockener Garnacha-Tinta- beziehungsweise Grenache-Wein ist fruchtbetont, rund und körperreich, mit eher niedriger Säure und hohem Alkoholpotenzial. Die Farbe kann bei hohen Erträgen deutlich nachlassen; auf geeigneten Standorten und bei kontrollierten Erträgen sind dagegen strukturierte, lagerfähige Rotweine möglich. Die Sorte wird außerdem für Rosé und natürliche Süßweine verwendet. Herkunft, Mikroklima und Ertrag beeinflussen den Stil stark.
Herkunft & Besonderheiten
Plantgrape und die OIV verorten Grenache in Spanien; Inter Rhône präzisiert Aragón als Herkunftsregion. Plantgrape zufolge gelangte die Sorte bereits im Mittelalter nach Frankreich und verbreitete sich dort vor allem im mediterranen Süden. Grenache ist die französische Bezeichnung, Garnacha Tinta der amtliche spanische Name derselben schwarzbeerigen Rebsorte. Weitere regionale Namen wie Cannonau in Italien spiegeln ihre lange Verbreitung im westlichen Mittelmeerraum wider.
Die Sorte ist sehr wuchskräftig und wächst aufrecht. Plantgrape empfiehlt kurzen Schnitt in Gobelet- oder Kordonform; Verrieselung und eine teils schwierige Holzreife können die Bestandsführung erschweren. Die OIV beschreibt Garnacha Tinta als extrem trockenheitsresistent, aber empfindlich gegen Falschen Mehltau, Esca, Botrytis und Herbstfröste. Das Zuckerpotenzial ist hoch, während die Säure meist niedrig bleibt. Hohe Erträge können die Farbausprägung der Weine deutlich mindern.
Weinprofil
Frucht
Anbau, Klima & Boden
- Austrieb
- etwa 5 Tage nach Chasselas
- Reifezeitpunkt
- spät; etwa 4 Wochen nach Chasselas
- Ertragsniveau
- mittel bis hoch; OIV nennt etwa 2 bis 8 t/ha
- Wuchskraft
- sehr wuchskräftig
- Frostempfindlichkeit
- empfindlich gegenüber Herbstfrösten; eingeschränkte Kälteakklimatisation
- Trockenheitsresistenz
- sehr hoch; die OIV beschreibt Garnacha Tinta als extrem trockenheitsresistent
- Krankheitsanfälligkeit
- empfindlich gegen Falschen Mehltau, Esca, Botrytis und Excoriose; Verrieselung kann zusätzlich problematisch sein
- Schwierigkeit im Weinberg
- Der starke Wuchs verlangt eine angepasste Bestandsführung und meist kurzen Schnitt. Verrieselung, schwierige Holzreife, Magnesium-Mangelsymptome sowie mehrere Krankheitsrisiken sind zu beachten. Zugleich ist die Sorte für trockene Standorte sehr gut geeignet.
Geeignete Klimazonen
Geeignete Böden
Anbaugebiete & Zahlen
Wichtige Regionen
- Weltweite Anbaufläche
- 163.000 ha (OIV-Datenstand 2015, gerundeter OIV-Fokuswert)
- Hektar je Land
- Frankreich 81.057 ha; Spanien 62.069 ha; Italien 6.128 ha; USA 2.305 ha; Algerien 2.000 ha; Australien 1.507 ha; Marokko 894 ha (OIV-Datenstand 2015)
- Entwicklung der Fläche
- Frankreich laut Plantgrape: 24.886 ha (1958), 51.931 ha (1968), 77.669 ha (1979), 86.715 ha (1988), 91.619 ha (1998), 98.644 ha (2008) und 82.966 ha (2018).
- Wichtigste Länder
- Frankreich, Spanien
Weinbereitung & Genuss
Geeignet für
- trockener Rotwein
- trockener Roséwein
- natürlicher Süßwein
- rote Cuvées
Bekannte Weine
- Châteauneuf-du-Pape
- Gigondas
- Tavel
- Rasteau
Beziehungen zu anderen Sorten
Klone
Häufige Fragen
Sind Garnacha und Grenache dieselbe Rebsorte?
Ja. Plantgrape führt Garnacha Tinta als amtlichen spanischen Namen von Grenache, und die OIV behandelt Garnacha Tinta und Grenache Noir gemeinsam. Je nach Land und Region begegnet dieselbe schwarzbeerige Rebsorte daher unter unterschiedlichen Namen.
Woher stammt Garnacha Tinta?
Die OIV und Plantgrape nennen Spanien als Herkunftsland. Inter Rhône präzisiert die Herkunft mit Aragón. Von Spanien aus gelangte die Sorte nach Plantgrape bereits im Mittelalter nach Frankreich und wurde dort besonders im mediterranen Süden bedeutend.
Wie schmeckt Garnacha beziehungsweise Grenache typischerweise?
Inter Rhône beschreibt sehr fruchtige, runde Weine mit viel Volumen und hohem Alkoholpotenzial. Plantgrape nennt meist niedrige Säure und hohes Zuckerpotenzial. Ertrag, Boden, Mikroklima und Ausbau können Farbe und Struktur deutlich verändern.
Wie verhält sich Garnacha im Weinberg?
Die Sorte ist sehr wuchskräftig, aufrecht wachsend und ausgesprochen trockenheitsresistent. Gleichzeitig können Verrieselung, Falscher Mehltau, Esca, Botrytis, Excoriose und Herbstfröste Probleme verursachen; Plantgrape empfiehlt meist kurzen Schnitt.
Wo ist Garnacha besonders wichtig?
Zu den besonders wichtigen Gebieten zählen Aragón mit Campo de Borja und Calatayud sowie die südliche Rhône. Inter Rhône führt Grenache Noir unter anderem in Châteauneuf-du-Pape, Gigondas, Tavel und Rasteau als zugelassene Sorte.