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Rebsorte

Garganega

Garganega ist eine traditionsreiche weiße Rebsorte Italiens und die Leitsorte des Soave im Veneto. Das amtliche Soave-Regelwerk verlangt für Soave DOC mindestens 70 Prozent Garganega; im historischen Kerngebiet um Soave und Monteforte d’Alpone prägen vulkanische Tuff- und Basaltböden sowie Kalklagen ihren Ausdruck. Die Sorte hat eine lange Vegetationsperiode und reift dort typischerweise im Oktober. Ihre Aromatik gilt als eher fein als laut: Besonders typisch sind Mandel und weiße Blüten, je nach Standort kommen Frucht-, Zitrus- und mineralisch-salzige Eindrücke hinzu. Die robusten, lockerbeerigen Trauben eignen sich außerdem zur Trocknung für Recioto di Soave. Genetische SNP-Untersuchungen bestätigen Garganega als wichtige alte italienische Sorte mit engen Eltern-Nachkommen-Beziehungen zu mehreren historischen Rebsorten, darunter Trebbiano Toscano.

Rebsorten-Steckbrief

Farbe
Weiß; bei Reife häufig goldgelb bis bernsteinfarben
Herkunftsland
Italien
Erste Erwähnung
1309 (de Crescentiis; im Forschungsartikel als erste Nennung um 1300 eingeordnet)
Typischer Stil
Trocken ausgebaut ist Garganega im Soave meist eher fein aromatisch als expressiv: Mandel und weiße Blüten bilden den Kern, während Basaltlagen mineralisch-straffer und Kalklagen stärker von weißen Blüten, Aprikose, Apfel und Zitrus geprägt sein können. Die Sorte besitzt keine ausgeprägt hohe Säure; Struktur, Extrakt und Standort prägen den Eindruck. Daneben eignet sich Garganega wegen ihrer robusten, lockerbeerigen Trauben für luftgetrocknete, süße Recioto-di-Soave-Stile.

Herkunft & Besonderheiten

Garganega zählt zu den früh dokumentierten italienischen Rebsorten. Eine umfangreiche SNP-Studie nennt als erste historische Nennung einen Beleg um 1300 durch de Crescentiis (1309). Im Soave-Gebiet wird die Sorte nach Angaben des zuständigen Schutzkonsortiums seit mindestens einem Jahrtausend kultiviert. Ihre besonders enge historische Bindung an die Hügel östlich von Verona spiegelt sich auch im heutigen Soave-Regelwerk wider, in dem Garganega die vorgeschriebene Leitsorte ist.

Garganega besitzt im Soave eine lange Vegetationsperiode und erreicht die Reife typischerweise im Oktober. Die Beerenhaut wird bei langer Reife kräftig gelb; das Schutzkonsortium beschreibt große, lockere und robuste Trauben sowie grundsätzlich großzügige Erträge. Ertragssteuerung ist deshalb für konzentriertere Qualitäten wichtig. Die lockeren Trauben eignen sich zugleich für das Appassimento des Recioto di Soave. Vulkanische Tuff- und Basaltböden sowie kalkreiche Hügellagen sind im historischen Anbaugebiet besonders prägend.

Weinprofil

Frucht

Aprikose Apfel Zitrusfrüchte

Blüten

Weiße Blüten

Würze

Zimt

Mineralisch

Mineralische Noten

Sonstige

Mandel
Säure 5/10

Anbau, Klima & Boden

Reifezeitpunkt
Spät; im Soave typischerweise im Oktober.
Ertragsniveau
Hoch bis großzügig; für konzentriertere Qualitäten ist Ertragskontrolle wichtig.
Wuchskraft
Natürlich eher kräftig; auf flachgründigen Kalkstandorten wird die Wuchskraft deutlich begrenzt.

Geeignete Klimazonen

mildes, gemäßigt-feuchtes Klima mit warmen Sommern

Geeignete Böden

vulkanische Basalt- und Tuffböden kalkreiche Hügellagen

Anbaugebiete & Zahlen

Wichtige Regionen

Soave Soave Classico Colli Scaligeri Verona Venetien
Wichtigste Länder
Italien

Weinbereitung & Genuss

Geeignet für

  • trockener Weißwein
  • Schaumwein
  • Süßwein aus getrockneten Trauben

Ausbau

  • Appassimento/Lufttrocknung der Trauben

Bekannte Weine

  • Soave DOC
  • Soave Classico
  • Soave Superiore DOCG
  • Recioto di Soave DOCG

Beziehungen zu anderen Sorten

Verwandte Sorten

Trebbiano Toscano Alionza Dolciame

Häufige Fragen

Was ist Garganega?

Garganega ist eine alte italienische weiße Rebsorte und die wichtigste Sorte des Soave im Veneto. Das amtliche Soave-Regelwerk schreibt für Soave DOC mindestens 70 Prozent Garganega vor.

Wann reift Garganega?

Im Soave besitzt Garganega eine lange Vegetationsperiode und erreicht die Reife typischerweise im Oktober. Die amtliche Beschreibung nennt deshalb auch eine meist eher späte Lese.

Welche Aromen sind für Garganega typisch?

Als besonders charakteristisch gelten Mandel und weiße Blüten. Je nach Boden und Ausbau können außerdem Aprikose, Apfel, Zitrus sowie mineralisch-salzige Eindrücke hervortreten.

Kann Garganega auch Süßwein ergeben?

Ja. Die robusten, lockerbeerigen Trauben eignen sich für die Lufttrocknung beziehungsweise das Appassimento. Auf dieser Grundlage entsteht unter anderem der süße Recioto di Soave.

Ist Garganega mit Trebbiano Toscano verwandt?

Ja. Eine große SNP-Studie bestätigt eine Eltern-Nachkommen-Beziehung zwischen Garganega und Trebbiano Toscano. Die genaue Richtung dieser Beziehung ließ sich dort jedoch nicht zweifelsfrei festlegen.