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Rebsorte

Fiano

Fiano ist eine weiße italienische Rebsorte mit historischer Verankerung in Kampanien und besonderer Bedeutung in Irpinia. Das aktuelle Regionalregister Kampaniens führt Fiano ausdrücklich als weiße Keltertraubensorte; im Fiano di Avellino DOCG muss sie mindestens 85 Prozent der Cuvée stellen. Das amtliche Disziplinar beschreibt das Hügelland um Avellino mit stark variierenden, unter anderem tonig-kalkigen und vulkanisch beeinflussten Böden. Die Weine dieser Herkunft werden als trocken, frisch und fein beschrieben und besitzen dokumentiertes Reifepotenzial. Genetische Untersuchungen bestätigen Fiano als klar unterscheidbaren, in Kampanien etablierten Kultivar. Analytische Forschung an Fiano-Trauben weist freie und gebundene Aromakomponenten aus mehreren Stoffklassen nach; das varietale Aromapotenzial wird bei der Weinbereitung durch Gärung und Ausbau mitgeprägt.

Rebsorten-Steckbrief

Farbe
Weiß
Herkunftsland
Italien
Herkunftsregion
Kampanien (historische Zuordnung; genauer genetischer Ursprungsort nicht abschließend belegt)
Erste Erwähnung
13. Jahrhundert (amtliche Fiano-di-Avellino-Dokumentation; exaktes Erstjahr nicht gesichert)
Typischer Stil
Im historischen Referenzgebiet Irpinien wird Fiano vor allem als trockener Weißwein ausgebaut. Das amtliche Fiano-di-Avellino-Regelwerk beschreibt die Herkunftsweine als trocken, frisch und fein und hebt ihre Eignung zur Reifung hervor. Die Sorte ist dabei nicht mit einem einzigen starren Aromabild gleichzusetzen: Laborstudien zeigen ein komplexes Reservoir freier und glycosidisch gebundener Aromakomponenten, deren Wahrnehmung durch Fermentation und Ausbau deutlich verändert werden kann.

Herkunft & Besonderheiten

Die amtliche DOCG-Dokumentation verankert Fiano tief in der Geschichte Irpiniens. Sie nennt mittelalterliche Belege: Fiano wird in einem Register Friedrichs II. erwähnt; außerdem existiert ein Dokument des 13. Jahrhunderts, nach dem Karl II. von Anjou 1.600 Fiano-Reben zur Pflanzung nach Manfredonia schicken ließ. Für die Neuzeit hebt das Regelwerk die Regia Scuola di Viticoltura e Enologia in Avellino hervor, die den Anbau im Gebiet des mittleren Sabato-Tals verbreitete. Die Herkunft Fiano di Avellino wurde 1978 als DOC anerkannt und 2003 zur DOCG erhoben. Da das Disziplinar beim älteren Friedrich-II.-Hinweis eine chronologische Inkonsistenz enthält, wird kein exaktes Erstnennungsjahr eingetragen.

Im Referenzgebiet Fiano di Avellino liegt der Anbau überwiegend auf Hügeln, oft mit Südost- bis Südwestausrichtung. Das amtliche Dokument beschreibt je nach Teilgebiet tonig-kalkige, vulkanisch beeinflusste, mergelige, sandige und kalkhaltige Untergründe. Für die DOCG sind maximal 10.000 Kilogramm Trauben je Hektar vorgesehen; die Riserva muss mindestens zwölf Monate ab dem 1. November des Erntejahres reifen. Das Regelwerk hebt Frische, Feinheit und Alterungsfähigkeit hervor. Diese Angaben charakterisieren das Herkunftssystem und dürfen nicht als starre universelle Sorteneigenschaften für jeden Fiano-Standort gelesen werden.

Weinprofil

Frucht

Zitrone Grapefruit Pfirsich Aprikose

Würze

Gewürznoten

Mineralisch

Mineralische Noten

Sonstige

Haselnuss Honig
Süße 2/10
Säure 7/10
Körper 6/10
Frische 7/10

Anbau, Klima & Boden

Austrieb
Mittlere Saison (Heathcote-Praxisbeobachtung; standortabhängig).
Reifezeitpunkt
Standortabhängig: NSW DPI nennt Fiano allgemein spät reifend, im Heathcote-Praxisbeispiel jedoch mäßig früh mit Lese etwa eine Woche vor Shiraz.
Ertragsniveau
Standortabhängig: 8 t/ha im Heathcote-Praxisbeispiel; ein Murray-Valley-Versuch schätzte 22,1 t/ha. Für Fiano di Avellino DOCG gilt regulatorisch höchstens 10 t/ha.
Wuchskraft
Kräftig bis hoch in australischen Praxis- und Versuchsanlagen; die Wuchskraft erfordert je nach Standort konsequente Laubwand- und Schnittführung.
Trockenheitsresistenz
Mäßig trockenheitstolerant im Heathcote-Praxisbeispiel; bei stärkerem Austrocknen wurden Blattverbrennungen beziehungsweise Verlust basaler Blätter beobachtet.
Krankheitsanfälligkeit
Standortabhängig. NSW DPI dokumentiert in Heathcote leichte Empfindlichkeit gegenüber Echtem Mehltau um die Blüte, ansonsten robuste Trauben; ein Murray-Valley-Versuch bewertete die Krankheitsanfälligkeit als niedrig.
Schwierigkeit im Weinberg
In australischen Praxisbeispielen grundsätzlich gut handhabbar, aber wegen kräftigen Wuchses mit Bedarf an angepasster Schnitt- und Laubwandführung; Aussagen sind standortabhängig.

Geeignete Klimazonen

warm bis heiß mediterran geprägt

Geeignete Böden

tonig-kalkige Böden vulkanisch beeinflusste Böden mergelige und sandige Böden kalkhaltige Böden rote tonige Lehmböden

Anbaugebiete & Zahlen

Wichtige Regionen

Irpinia Fiano di Avellino Avellino Kampanien Sizilien McLaren Vale Clare Valley Heathcote Murray Darling
Weltweite Anbaufläche
2.187 ha (University of Adelaide, Datenstand 2016)
Entwicklung der Fläche
758 ha (2000), 1.377 ha (2010) und 2.187 ha (2016) im globalen Datensatz der University of Adelaide.
Wichtigste Länder
Italien, Australien

Weinbereitung & Genuss

Geeignet für

  • trockener Weißwein
  • leichter, frischer Weißwein
  • vollmundiger, texturaler Weißwein
  • gereifter Weißwein (Riserva)
  • Schaumwein

Ausbau

  • Hefelager
  • Holzausbau
  • Maischekontakt bei Weißwein

Speiseempfehlungen

  • Meeresfrüchte
  • Pasta mit Sahnesauce
  • Pasta mit Tomatensauce

Bekannte Weine

  • Fiano di Avellino DOCG

Bekannte Weingüter

  • Coriole
  • Grosset
  • Mastroberardino

Beziehungen zu anderen Sorten

Klone

VCR 3 Fiano FPS 02

Weitere Informationen

Serving

Speiseempfehlungen
  • Meeresfrüchte
  • Pasta mit Sahnesauce
  • Pasta mit Tomatensauce

Häufige Fragen

Was ist Fiano?

Fiano ist eine weiße italienische Rebsorte, die besonders eng mit Kampanien und Irpinia verbunden ist. Im aktuellen Regionalregister Kampaniens ist sie als weiße Keltertraubensorte geführt.

Welche Rolle spielt Fiano im Fiano di Avellino DOCG?

Das amtliche Produktionsregelwerk schreibt für Fiano di Avellino mindestens 85 Prozent Fiano vor. Ergänzend sind nur bestimmte andere weiße Sorten bis zusammen höchstens 15 Prozent zugelassen.

Wie wird Fiano di Avellino typischerweise beschrieben?

Das amtliche Regelwerk beschreibt Fiano di Avellino als trockenen Weißwein und hebt Frische, Feinheit sowie Reifefähigkeit hervor. Diese Herkunftsmerkmale sind nicht automatisch auf jeden Fiano weltweit übertragbar.

Hat Fiano ein nachweisbares varietales Aromapotenzial?

Ja. Eine analytische Studie an Fiano-Trauben identifizierte freie und glycosidisch gebundene flüchtige Verbindungen, darunter Terpene und Norisoprenoide. Gärung und Ausbau beeinflussen, welche davon im Wein geruchlich wirksam werden.

Welche Böden prägen das Referenzgebiet Fiano di Avellino?

Das amtliche DOCG-Dokument beschreibt ein geologisch vielfältiges Hügelland mit unter anderem tonig-kalkigen, vulkanisch beeinflussten, mergeligen, sandigen und kalkhaltigen Böden. Die Ausprägung variiert deutlich zwischen den Teilgebieten.