3-Methyl-2-buten-1-thiol ist eine stark geruchsaktive Schwefelverbindung, die bei der Untersuchung von Lichtgeschmack eine zentrale Rolle spielt. B-001 erfasste sie mittels Gaschromatographie-Olfaktometrie in Spezialbieren und beschreibt eine Wahrnehmung, die in der untersuchten Matrix hopfig beziehungsweise knoblauchartig sein konnte; bei höherer Ausprägung ist der Stoff als skunkartig bekannt. Diese Spannweite zeigt, warum Stoffname, Konzentration und Sinneseindruck nicht gleichgesetzt werden dürfen. In der Qualitätskontrolle kann MBT ein wichtiger Marker sein, doch sein Nachweis muss mit Methode, Probenahme, Matrix, Vergleichsprobe und Expositionsgeschichte bewertet werden. Die Abkürzung MBT ist außerdem nur sinnvoll, wenn sie beim ersten Auftreten ausgeschrieben wird. Zielanalytik sollte immer durch eine sensorische Prüfung derselben Probe ergänzt werden.
Für eine belastbare Qualitätsbewertung bleiben eine chargengleiche Kontrollprobe, vollständig dokumentierte Expositionsbedingungen, mindestens eine Wiederholung und ein nachvollziehbares sensorisches Prüfergebnis mit verantwortlicher Bewertung erforderlich.
Prüfhinweis: Keine allgemeine Wahrnehmungs- oder Sperrgrenze ohne methodenspezifische Validierung angeben.